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DIE UNIVERSITÄT IN BELGRAD

Die Universität in Belgrad ist die größte und älteste akademische Einrichtung in unserem Land und der Mittelpunkt des edukativen, wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens. Dieses Jahr wird hundertste Jahrestag von der Verwandlung der Großen Schule in die Universität Belgrad gefeiert, d.h. von der Verabschiedung des ersten Universitätsgesetzes.

Die Wurzeln der Universität führen uns durch die Zeit zurück ins Jahr 1808, als im aufständischen Serbien Dositej Obradovic die Große Schule gründete. Einer der ersten Schüler dieser Schule war auch Vuk Stefanovic Karadžic. Nach der Unterdrückung des Ersten serbischen Aufstands 1813 wurde die Große Schule geschlossen. Im Jahr 1838 wurde in Kragujevac ein Lyzeum gegründet, das 1841 nach Belgrad in das Gebäude Konak Kneginje Ljubice umgesiedelt wurde. 1863 wurde das Lyzeum in die Große Schule umgewandelt und zog in das neue Gebäude, ein Geschenk des Donaukapitäns Miša Anastasijevic. Die bisherigen Abteilungen, die philosophische (1838), juristische (1841) und die natur-technische (1853) verwandelten sich in die ersten Fakultäten.

Vor genau 100 Jahren wurde die Große Schule zur Universität in Belgrad mit 34 Professoren und 788 Studenten. 15 Jahre später gehörten zur Universität auch die Fakultäten für Theologie, Landwirtschaft und Medizin.
Während des Ersten und des Zweiten Weltkriegs war die Universität nicht aktiv. Die Jahre nach dem Krieg gelten als goldene Zeit der Belgrader Universität, als dank zahlreicher Donationen die Belgrader Universität mit 500 Professoren und 10.000 Studenten zu den reichsten Europas gehörte.
Über die Bedeutung der Universität in Belgrad für unsere nationales Erbe sagt auch etwas die Tatsache, dass die Anfänge aller Universitäten in Serbien und Montenegro, aber auch breiter, aufs engste mit den Ressourcen der Belgrader Universität verknüpft sind.
Während ihrer ganzen Geschichte hat die Universität Ideen der demokratischen Gesellschaft, der Bürgerrechte und Freiheiten, der nationalen Tradition und der europäischen Orientierung promoviert. Davon zeugen am besten große Studentendemonstrationen 1968, aber auch 1991/92, später auch 1996/97 und schließlich im Jahr 2000.
Heute befinden sich im Gefüge der Universität 31 Fakultäten, die in 5 Gruppen eingeteilt sind (technische Wissenschaften, Sozialwissenschaften, Medizinwissenschaften, Naturwissenschaften und Mathematik und biotechnische Wissenschaften), sowie 5 wissenschaftliche Institute. Daneben ist ein Teil der Universität auch die Universitätsbibliothek „Svetozar Markovic“ mit einem Fond von ca. 1,5 Millionen Publikationen, sowie das Rechnungszentrum (RCUB). Die Anzahl der Studenten, die ihr Studium an der Universität in Belgrad abgeschlossen habe, beträgt über 320.000, es gibt 21.700 Magister und ca. 12.100 Kandidaten haben promoviert.

Im Moment studieren an der Universität 72.000 Studenten, die von 2.500 Professoren und Dozenten betreut werden und von ebenso viel Assistenten und Mitarbeitern.

Jährlich lassen sich an der Universität ca. 16.500 neue Sudenten immantrikuliren. Für die Hälfte dieser Studenten wird das Studium aus dem Budget der Republik finanziert. An der Universität können sich diejenigen Kandidaten immatrikulieren lassen, die eine vierjährige Schulausbildung abgeschlossen haben. Sie werden auf Grund des Mittelschulerfolgs und der Ergebnisse der Aufnahmeprüfung rangiert.
Von den früheren 75 Stiftungen und 11 Fonds haben nur 11 Stiftungen und 2 Fonds ihre Arbeit wieder aufgenommen. In den letzten Jahren wurden dank Wohltätern 4 neue Fonds gegründet. Aus den Mitteln dieser Fonds werden die besten Studenten der Universität stipendiert und honoriert. Die Frage der Rückgabe des nationaliserten Eigentums ist eine der Schlüsselfragen für das zukünftige Funktionieren der Universität in Belgrad und für die Verbesserung ihrer materiell-finanziellen Lage.
Nach dem Jahr 2000 studieren immer mehr ausländische Staatsangehörige an der Universität, auch wenn sie jetzt noch immer in viel kleinerer Anzahl sind als in den 80er Jahren.

In den letzten Jahren schließen im Durchschnitt 10.000 Studenten jährlich ihr Studium an der Universität in Belgrad ab.

An der Universität werden die Studien als Grund- und Postdiplomstudien organisiert. Postdiplomstudien könne spezialistische, Magister- und Doktorstudien sein.

In Abhängigkeit von den einzelnen Fakultäten dauern die Grundstudien 3 bis 6 Jahre (6 bis 12 Semester). Im allgemeinen dauern die Studien sozial-humanistischer Wissenschaften 8 Semester, der Naturwissenschahften 8 oder 9 Semester, der technischen Wissenschaften 8 bis 10 Semester und der Medizinwissenschaften 10 bis 12 Semester. Spezialistische Studien und Magisterstudien dauern 1 bis 2 Jahre, Doktorstudien 3 Jahre.

Die Universität leiten der Universitätsrat und der Rektor. Den Universitätsrat bilden Vetreter der Fakultäten und Institute (50%), des Gründers – der Republik Serbien (25%) und der Studenten (25%). Der Universitätsrat hat insgesamt 98 Mitglieder. Der Ratsvorsitzende ist dr. Vladimir Kostic.

Dem Rektor, als geschäftsleitendem Organ, helfen in seiner Arbeit drei Prorektore, sowie der Generalsekretär und die Dienstämter. Das Rektorenkollegium bilden: prof. Dejan Popovic, Rektor; Aleksandar Lipkovski, Prorektor für Unterricht; prof.dr. Ljubiša Topisirovic, Prorektor für wissenschaftliche Forschungsarbeit und internationale Zusammenarbeit; prof. Dr. Aleksandar Cvetanovic, Prorektor für finanzielle Fragen und Nenad Ðordevic, Student-Prorektor.
Der Universitätsrat ist ein Fachorgan, das sich mit Fragen des Unterrichts und der Wissenschaft befasst. Den Rat bilden je 2 regelmäßige Professoren von jeder Fakultät (davon ist einer Dekan), die Direktoren der Institute und die Mitglieder des Rektorenkollegiums. Vorsitzender der Ratssitzungen ist der Rektor. Es gibt auch 17 Fachräte, die nach wissenschaftlichen Bereichen formiert sind.

Die größte Herausforderung für die Universität in Belgrad heute ist die adäquate Realisierung des Reformprozesses und die Implementierung eines neuen Gesetzes für Hochschulbildung. Der erneute Eintritt in die Familie der europäischen Universitäten bedeutet auch die Anpassung des Hochschulsystems an die Standards des Bologner Prozesses. Die Aufgabe ist, dass Serbien bis zum Jahr 2010 ein Teil der Europäischen Hochschulzone wird, was gegenseitige Übereinstimmung und Erkenntlichkeit der Studienprogramme, dh. der akademischen Titel, sowie auch die Mobilität der Studenten und des Lehrpersonals bedeutet.
Der Sitz der Universität, das Rektorat, befindet sich seit 1863 in einem der schönsten Belgrader Gebäude, das Miša Anastasijevic seinem Vaterland geschenkt hat. Adresse: Studentski Trg 1, Telefon:+381 11 635-579 und 635-153, Internet: http://www.bg.ac.yu